BIOCONSULTING Dr. I.Pascik

LEVAPOR-F

ist ein flockenförmiger, oberflächenaktiver, hydrophiler Träger für die Immobilisierung von Mikroorganismen durch Adhäsion, bei dem einzelne Partikel von oberflächenaktiven Pigmenten mit speziellen Bindemitteln zu grossflächigen, porösen, gut sedimentierenden Agglomeraten zusammengebunden sind.
 


Abb. 1. Die Oberfläche von LEVAPOR-F in starker Vergrösserung

PROBLEMATIK
Die biologische Elimination von einigen langsam abbaubaren bzw abbauhemmenden Abwasserinhaltsstoffen bereitet in der täglichen Praxis dann Probleme, wenn
  • ihre Konzentration im Abwasser erhöht ist, bzw.
  • grosse Anteile der, am Bioabbau solcher Stoffe beteiligten Mikroorga-nismen, die
  • sehr langsam wachsen,
  • nicht flockenbildend sind, bzw. langsam sedimentieren und dadurch, unter Beeinträchtigung der Abbauleistung aus dem Bioreaktor gespült werden.
Beispiele für solche empfindliche bzw. nur unvollständig ablaufende Bioreaktionen sind:
  • Nitrifikation des Ammoniumstickstoffs zum Nitrat
  • Bioabbau von komplexen Abwässern aus Chemie, Zellstoff- und Papierindustrie, Kokereien, Textilindustrie, usw. unter aeroben oder anaeroben Bedingungen.
Diese Probleme können durch die Immobilisierung der abbaurelevanten Organismen optimal gelöst werden.
WIRKUNGSWEISE
Die hydrophilen, oberflächenaktiven Trägerflocken werden schnell von den, am Bioabbau beteiligten Mikroorganismen besiedelt, wobei es auch zur Ausbildung von größeren Agglomeraten mit eingeschlossenen mikrobiellen Zellen kommt. Durch die im Vergleich zu Belebtschlammflocken höheren Sinkgeschwindig-keiten der bewachsenen Trägerpartikeln werden diese bei schonender Umwäl-zung kaum aus dem Bioreaktor in den Nachklärer geschwemmt, was zum höheren Schlammgehalt und Schlammalter im Reaktor führt. Dadurch werden in der Anlage höhere Prozessstabilitäten und Raum-Zeit-Ausbeuten erreicht.
TECHNISCHE DATEN
Lieferform: wäßrige Suspension der Agglomerate mit 20 bis 50 % Feststoffgehalt.

Partikeldurchmesser = 2 bis 4 mm

Mittlere Sinkgeschwindigkeit = 30 bis 90 m/h

Befüllung = 8 bis 15 kg/m3 Reakorvolumen (nach Bedarf)


Die Befüllung kann auch bei laufendem Betrieb portionsweise über den Zulauf,über den Rücklaufschlamm oder direkt in den Bioreaktor erfolgen .
Bevorzugter Reaktortyp:
Da die Trägerpartikel durch Sedimentation im Reaktor zurückgehalten werden, sollte LEVAPOR-F bevorzugt in Reaktoren mit schonender Umwälzung eingesetzt werden. Bei Scherkräften und Turbulenzen (z.B. bei Strahlbelüftern bzw. schnell laufenden Rührern) kann es zum Zerreißen der Agglomerate in kleinere Partikel kommen, die dadurch langsamer sedimentieren und aus dem Reaktor ausgetragen werden können. In solchen Fällen empfiehlt sich die Nachdosierung von LEVAPOR-F in Mengen von 0,3 bis 0,5 kg/m3 Reaktorvolumen.
Bevorzugte Anwendungsbereiche:
bei der anaeroben biologischen Behandlung von komplexen
  • Industrieabwässern
  • Deponiesickerwässern sowie
  • hochbelasteten Teilströmen
in erster Linie bei Abwässern die
  • mit langsam abbaubaren oder abbauhemmenden Stoffen belastet sind und/oder
  • höhere Salzkonzentrationen enthalten.
VORTEILE der LEVAPOR-F Anwendung:
  • höhere Prozeßstabilität
  • höhere Raum-Zeit-Ausbeuten
  • eine Umrüstung der Anlage ist nicht erforderlich
  • Zudosierung von LEVAPOR-F ist auch während des Betriebes der Anlage möglich.
  • schnelle Wirkung
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